Ein Todesmarsch in Ostpreußen
 
Synopsis  
Der Todesmarsch aus den ostpreußischen Nebenlagern des KZ Stutthof in den letzten Januartagen des Jahres 1945 zählt zu den bis heute kaum bekannten nationalsozialistischen Massenverbrechen. 
Der Dokumentarfilm erzählt das Schicksal der Opfer der Todesmarsches, die meisten von ihnen junge jüdische Frauen aus Osteuropa, die als KZ-Gefangene die Selektionen in Auschwitz überlebten, in das Konzentrationslager Stutthof bei Danzig und später zur Zwangsarbeit in dessen ostpreußischen Nebenlager deportiert wurden. 

Bernsteinland erzählt aus der Perspektive der gefangenen Frauen, deren Erlebnisse durch die Beschreibungen von Überlebenden und Zeitzeugen in Interviews und Briefen festgehalten wurden. Anhand von ihren Erinnerungen versucht der Film die historischen Ereignisse an den heutigen Originalschauplätzen in Polen und Russland nachzuzeichnen. 

Der Todesmarsch der etwa 7.500 Gefangenen bis zu dem kleinen Dorf Palmnicken an der Bernsteinküste endet in der Nacht des 31. Januar 1945. Die Gefangenen werden auf das Eis der zugefrorenen Ostsee getrieben und erschossen. Maria ist eine der wenigen Überlebenden, sie verliert beide Schwestern auf dem Todesmarsch und entschließt sich kurz vor Palmnicken aus dem Gefangenentransport zu entfliehen. Sie versteckt sich bei ostpreußischen Bauern und erlebt dort das Ende des Krieges. Der Film zeigt die heute 90jährige Maria in ihren neuen Heimat an der Küste Floridas. Die Erinnerungen an die schrecklichen Ereignisse bestimmen ihren Alltag.

Der Film nähert sich den Orten der Geschichte des Todesmarsches durch die Erzählungen der heutigen Einwohner des Bernsteindorfes.  Das Dorf Palmnicken heißt heute Jantarnyj und liegt im Kaliningrader Gebiet - einer russischen Provinz mitten in Europa. Dem Film geht es nicht nur um die Betrachtung der Vergangenheit, er versucht Gegenwart und Vergangenheit zu verbinden. 

Welche Spuren findet man an den historischen Orten nach über sechzig Jahren?  Es gibt keine Bilder in den Archiven, die Namen der meisten Opfer sind unbekannt, die Spuren der deutschen Vergangenheit an der Bernsteinküste lösen sich immer weiter auf.  An den historischen Orten lebt niemand mehr, der die eigenen Erinnerungen weitergeben könnte. 

Der Todesmarsch nach Palmnicken ist ein Kapitel der deutschen und europäischen Geschichte, das in Vergessenheit geraten ist. Nur bei wenigen lebt die Erinnerung an diese Geschichte und an die Menschen in dieser Geschichte weiter.